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© 2001 Norbert Baro
Last update
18.September  2001

Siehe auch  Das Husten der Hände


Fauler Henry
von Jochen Förster
Die Welt 22. Mai 2001


Bob Dylan? Hm. Ist doch dieser kleine Kauz mit Gitarre, jeder
Menge Lagerfeuersongs im Gepäck, Frieden im Hirn, selten
einem passenden Ton im Mund und einer nie ganz verständlichen
Sogwirkung auf  Musikinteressierte. Ja, so denken viele
Erdbewohner. Und sie haben natürlich Recht.

Was sie nicht wissen: Dylan, der unermüdliche Transformator
seiner selbst, hat Talente, die heute vergessen sind. Eines der
überraschendsten offenbart "sein Buch". So nannte er selbst es,
und so muss man es wohl auch nennen, was er da 1966
niederschrieb und, durch seinen Motorradunfall aufgehalten, fünf
Jahre später unter dem Titel
Tarantel veröffentlichte. Ein Buch
also, nicht Roman, nicht Poem, eher eine Sammlung
gebündelten Sprachfunkentums, was da noch heute furios und in
einem wunderbar zweisprachigen Band neu aufgelegt
 über den Leser hereinbricht. Kurze Gedankenfetzen-Geschichten, 
sehr surreal und wohl selten nüchtern verfasst, szenisch,
hochpoetisch, oft bissig. Handelnd etwa von Liebe, Leere,
Juckreiz und Bockwurstherstellern. Und jedes Mal mit lustigen
Briefen endend, die ein wenig Ordnung in Sprachraumchaos
bringen und an Leute adressiert sind, die Iwan Blutsturz, Truman
Peyote, Julius der Heuler oder einfach Das Gesetz heißen. Einer
geht so: "schau her. Dass du bei der handelsmarine bist kratzt
mich überhaupt nicht. Wenn du mir nochmal damit kommst dass
ich nicht richtig gehe, hol ich mir einen surfer und der haut dir
eine rein. Ich finde es richtig paranoid wie du dich bei dieser
ganzen angelegenheit benimmst ... wir sehn uns dann auf der
hochzeit. Einen Fußtritt von deinem Faulen Henry".

Beinahe überflüssig zu erwähnen, dass der Buchtitel nirgends
erklärt wird und es im Grunde egal ist, auf welcher Seite die
Lektüre einsetzt. Manche Geschichten beginnen scheinbar
sinnhaft - wie "Sand im Mund des Filmstars": "ein eigenartiger
mann den wir Einfach Das nennen wacht auf und stellt fest dass
man ihm ‚was' in seinen garten gekritzelt hat. Er wäscht sich mit
einem rührei, steckt sich die brille in die hosentasche und zieht
die hosen hoch." Manche, wie etwa "merkwürdiges gespräch mit
dem ellenlangen Fremden", sind pure Onomatopoesie: "back
betty, black bready blam de lam! Bloody hatte ein baby blam de
lam! Gib dem krüppel arbeit blam de lam!" Alle zusammen
ergeben einen lyrischen Pop-Purzelbaum. Ein weiteres Juwel vom
Mann mit der eigenartigen Wirkung. Am besten in kurzen
Häppchen zu genießen. 


Bob Dylan: Tarantula. Ungekürzte Originalausgabe.
Zweisprachige Ausgabe. Zweitausendeins, Frankfurt / M. 314 S. 

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