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Offenbach 1991
Stadthalle
Norbert Baro
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What ´s the Name of the Song
Bob Dylan - das Zweite
Die Vorfreude auf mein zweites Bob Dylan - Konzert war gross!
Ich hatte beruflich in Frankfurt zu tun. So konnte ich mir den abendlichen Abstecher nach Offenbach per Bahn und Strassenbahn
zur dortigen Stadthalle einrichten.
Don ´t think twice
Es war ein recht warmer Abend und ich war für mein Vorhaben
beruflich bedingt
ziemlich unpassend für mein Konzert gekleidet. Deswegen suchte ich mir in der
Stadthalle einen luftigen Stehplatz
in den hinteren, oberen Reihen mit guter Sicht
auf die Bühne.
Solo mit Gitarre
Das Vorprogramm bestritt wie in Berlin 1990 im ICC Sally Barker. Sie wurde
vom Offenbacher Publikum freundlich und wohlwollend
aufgenommen, aber auch
nicht mehr. Man wartete eben auf einen ganz anderen.
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Sally
Barker
1989 veröffentlichte das neue
Hamburger Label Hypertension
Records das erste Album von Sally Barker in Deutschland,
wo es mit viel Kritikerlob bedacht
wurde. Dies und Auftritte
im Vorprogramm von Bob Dylan
verschafften Sally Barker die Ehre, ihre zweite CD im Studio zusammen
mit der Crème de la Crème der
englischen Folck-Rock-Garde
einzuspielen.
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Gekonnt und so gewollt?
Und dann ging es endlich los - und wie: Dylan - so habe ich es
in Erinnerung -
stolperte auf der Bühne herum, tollpatschig und ungelenk. Gekonnt a la Charlie
Chaplin und so gewollt
- oder
hatte es alkoholische Gründe!?
Danke scheen, danke scheen
Dylan ´s Stimme klang schwach, die Texte waren anfänglich
wirklich nicht zu
verstehen, sein Vortrag mit der Harp war kaum zu hören, er klang erschöpft,
ängstlich und mutlos. Dafür war er überaus gesprächig, ganz anders als in Berlin
1990:
Danke scheen ... und das schon nach dem dritten Song - das ist
verdächtig,
nicht normal und sollte wohl andere Dinge überdecken. Aber wo
Schatten ist, da ist auch viel Licht. Schon bei
Shelter, mit viel Country - Drive
gespielt, wurde es allmählich besser. Bei
Gotta serve somebody
dagegen fragte
Dylan am Ende des Songvortrages: "What ´ s the name of the
song".
Sicherheitshalber hat er seine Frage selber beantwortet. Mit It takes a lot to
laugh ging es mit der
Dylan - Achterbahn weiter. Ein zarter Blues, ein Vortrag,
der auch auf dem Bootleg
noch zu gefallen weiss.
Zurück zu den Wurzeln
Und dann ging es erst richtig los: Dylan im Solo
- ausgestöpselt - nur er
im
Scheinwerfer - Licht. Es wurde mucks Mäuschen stille in der Halle. Man konnte
eine Stecknadel fallen hören. Jetzt kam die erhoffte Faszination auf in
Offenbach ´s Stadthalle.
Ein seltenes Two Soldiers,
gefolgt von It ain ´t me,
babe
mit Harp und ein feiner Harter Regen.
Ach, ja - und nach
Don ´t think twice war
auch der Zauber wieder verflogen.
Everything is broken
Ich war sauer, es war war zu warm. Ich war konsequent und ging vorzeitig.
Macht man so was als richtiger Dylan - Fan, vielleicht war ich kein richtiger.
Nach Jahren habe ich mich bemüht mir ein Bootleg von diesem Konzert
anzuhören. Ja, das Konzert ist mit den Jahren nicht besser geworden. Aber
mittlerweile habe ich viele andere
Auf und Up ´s mit Dylan live erlebt, nach
dem Motto
Something is happening here and I don ´t know what it is ...
Und der Meister weiss es oft selbst nicht wann
und wie lange ihn die Muse
küsst - zur Zeit tut sie es immer öfter, möge sie sich festbeißen bei ihm.
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