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Highway 61 - Soundtrack for the German Formular One Road
Course
Wenn Roskilde die schönste Tochter Woodstocks ist, ist der
"Rock am Ring" deren kleine Schwester. Seit 1985
versammelt sich auf der Formel 1-Rennstrecke traditionell an
Pfingsten die Creme de la Creme des Musikbusiness, um den
"Grand Prix" der Rock- und Popmusik durchzustarten.
Die sich stets aufs Neue
häutende Rock-Legende absolvierte ab 21.55 Uhr mit den
besten Festival - Gig der vergangenen zehn Jahre. Die
medienscheue Ikone verweigerte zwar den für die Videoleinwände
zuständigen MTV-Kameraleuten Nahaufnahmen, offerierte aber
dennoch ein musikalisches Konzept, das auch für die jüngere
Pop-Generation, die am Tag zuvor noch den bizarren
Techno-Rockern "Prodigy" gehuldigt hatte, zugänglich
war. Maggie´ s Farm war hierfür der optimale
Einstieg. Angesichts der ungewohnt rockigen Posen von
"Meister Bob" witzelte man im Publikum nach den
bereits 1995 in Prag eingeführten Kosenamen "Elvis"
und "Frank" Dylan nun über "Bob
Travolta". Nichtsdestotrotz, die insgesamt 58000 waren
begeistert, obwohl das Gros der Anwesenden definitiv keine
typischen Dylan-Konzertgänger waren. Es folgte Senor
ein nicht nur in diesem Rahmen recht traurig klingendes Lied
und
Cold Irons Bound
Ein erster Höhepunkt sollte Just Like A Woman mit
seinen langgezogenen
Phrasierungen werden. Nach einem eher zu schnell und
hektisch
zerspielten Silvio folgte mit Cocain blues
der erste Song des akustischen Sets mit Kontrabass und
Mandoline. Für die Menge war natürlich aufgrund des
Bekanntheitsgrades Mr. Tambourine Man der
erste Gassenhauer, doch weit besser wirkte das ständig als "work
in progress" servierte Tangled up in blue
bei dem immer wieder neue Elemente Herauszuhören sind.
Was danach kam, wird
laut Veranstalter Marek Lieberberg, der das Konzert am Bühnenrand
miterlebte, in die Annalen des Ring -Rocks eingehen. Bei nieselndem
Regen klopfte Dylan an die Himmelstür und offerierte den
neuen dark and empty skies - Vers. Doch mit dem
folgenden Highway 61 reviseted der auf dieser
legendären Rennstrecke nicht fehlen durfte, zog Dylan noch einen
zweiten Trumpf aus dem Frackärmel. Zunächst mit der "Bandintroduction"
noch die ersten Worte ans Publikum richtend, wandte sich
Dylan zu David Kemper und rief Highway - ein Hinweis
mit Doppelsinn.Zum einen änderte Dylan nach
Heaven´s door zum zweiten Mal seine Setlist und zum
anderen wollte er wohl damit zu einer besonders rockigen
Version aufrufen. Der Band schien es angesichts der ebenso
rockigen Stimmung im Publikum nur Recht zu sein. Für die
Zugaben reichten die Roadies schon die Akustikgitarre, doch
Bob zog es vor bei Watching the river flow und Ballad
of a thin man elektrisch weiterzuspielen, ebenso beim
letzten der 13 Songs, Til I fell in love with you. Dylan
machte an diesem Abend den Nürburgring zu seiner Rennstrecke,
deren Tempo kein anderer Act und auch nicht der eigentliche
Headliner Genesis gewachsen war.
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