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Bo
"Himmel, es ist egal,
es ist Dylan!"
Dylan gastiert mit
seiner "Never Ending Tour" in München:
The Times they are not a-changing
Bob Dylan präsentierte sich
Dienstagabend in der Münchner Zenith-Halle so, wie
man ihn kennt: wortkarg, störrisch und als
fantastischer Musiker. Bei den Konzerten in
Deutschland verzichtet er aber darauf, selbst
Gitarre zu spielen, und begnügt sich mit seiner
Mundharmonika und dem Keyboard, an dem er die meiste
Zeit des Abends breitbeinig steht. Unterstützt wird
er von fünf Musikern.
Seit 1988 befindet sich der
Folkbarde auf der (inoffiziell so bezeichneten) "Never
Ending Tour", eine Tournee mit Unterbrechungen,
die weder eine neue Platte noch einen sonstigen Anlass
braucht, es geht hier einzig um die Freude am Spielen.
Diese war in München auch deutlich merkbar. Der Mann
ist Musiker und hat sich immer dagegen gewehrt, als
"Sprachrohr einer Generation" wahrgenommen
zu werden. Also merke: Nur Musiker, kein Entertainer
– Kommunizieren ist seine Sache nicht. Er beschränkt
sich auf Singen, Musizieren und das Vorstellen der
Bandmitglieder.
Die Stimme des 64-Jährigen
krächzt und näselt zwar mehr als früher, er schont
sie, indem er anstatt zu singen oft einfach den Text
nur über die begleitenden Akkorde spricht, mitunter
zieht Dylan vergnügt den Ton hoch und paraphrasiert
nach Gutdünken. Auf diese Weise sucht er neue Zugänge
zu den "alten Hadern" – wie etwa bei
"Just like a woman" oder "Like a
Rolling Stone".
So sorgt Bob Dylan für
Dissonanzen, auch innerhalb der Zuhörer. Das überaus
heterogene Publikum ist sich nicht sicher, was es von
diesem Auftritt halten soll. "Vor zwei Jahren
war’s besser", moniert ein 40-jähriger Fan,
der etliche Dylan-Konzerte gesehen hat. Bei nicht ganz
so Dylan-erprobten Besuchern sorgte das Konzert für
leuchtende Augen, super sei es gewesen. Und:
"Himmel, es ist Bob Dylan. Da ist es egal, was er
macht!"
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