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Hamburg 1990
Drunk in Hamburg
aus
Man on the Road
Christoff Graf
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Here´s a song to tell about it
Sturzbetrunken oder nur keine Lust?" fragte "Die Welt" In
ihrer Konzertkritik zu
Dylans erstem von zwei Deutschland-Konzerten und steht damit als Beispiel für
die bis zum Ende anhaltenden schlechten Rezensionen in den Medien.Teils zu
Recht, teils zu Unrecht, wie man Jahre danach erkannte. Zu Unrecht, weil es der
Anfang einer Wandlungsperiode war, die sich zu der Zeit noch nicht als solche
abzeichnete. Zu Unrecht auch aufgrund der undurchdringbaren Wahrheit, die
Grund für Dylans schlechten Gemütszustand zu sein scheint. Zu Recht allerdings
auch aufgrund der oft lieblosen Performances, bei denen Dylan seinem Publikum
manchmal eine Mischung aus Arroganz und Verachtung entgegenzubringen
scheint.Des öfteren scheint Dylan in Hamburg dabei zu torkeln, zu schwanken
und betrunken zu sein. Gerade bei den ersten
Songs wie z. B. Most Likely You Go Your Way oder
Shelter From The Storm
macht Dylan es einem schwer,
die Töne, die seiner Kehle entwinden, als Gesang zu
identifizieren. Sein
Stimmorgan, für den nasalen Sprechgesang berühmt, wirkt unkontrolliert, manche
seiner Äußerungen ins Mikrofon gar völlig unverständlich.
Ob er tatsächlich betrunken ist, kann aus der Entfernung nicht wirklich beurteilt
werden, ist aber letztendlich vollkommen egal. Denn sowohl seine Stimme wie
auch sein Gitarrenspiel wirken in der harmonischen Rhythmik des ihn
begleitenden Trios verloren, die stimmlichen Beugungen am Phrasenende gar
deplaziert. Lediglich die Klassiker wie Masters of War
oder
Political World
gelingen. Vieles jedoch bleibt unverständlich und die Darbietung enttäuscht durch
Lustlosigkeit. Damit irritiert Dylan zumindest die
4000 Verehrer seiner Kunst im
Hamburger Stadtpark. Sein Kommentar vor dem Song
Old Rock´ n Roller
,In case you´re wondering what happens to people like
me, here´s
a song to tell about it´ steht für den ganzen Abend.
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