This Wheel´s in Bonn
Bon(n) - Show
Ein Konzert mit Bob im Jahr ist das Mindeste. Ich hatte mir
Bonn ausgesucht. Anreise per Flugzeug, Bummel durch Bonn, die
Nacht im Hotel und am nächsten Morgen zuück nach Berlin, mit
tausend weiteren Eindrücken von einem unvergesslichen
Konzertereignis. So ähnlich
sollte es sein.
Soundcheck
Um 18 Uhr stand ich pünktlich in der wartenden Fan - Schlange
am Museumsplatz. Während der Soundcheck der Band bis auf die
Strasse schallte - Wheel´s on fire, Rainy day women -
gab es noch Live Musik von Dylan - Verehrern und ein Angebot
,,Eis auf Rädern", was ich gerne annahm. Kurz vor 7 Uhr
hatte ich meine Position vor der Bühne eingenommen. Die Sicht
war gut, die Erwartungen gross.
Fan - Talk
Am Vortag hatte sich der WDR bei mir gemeldet - auf Suche
nach,
so schien es mir, ,,hochkarätigen Dylan - Fans" : von
weither sollten sie kommen, viele, viele Konzerte besucht
haben, nach Möglichkeit schon
seit den 60ern im Dylan - Tross dabei sein. Nach mehreren
Gesprächen
teilte man mir mit, dass man das Interview mit Wolfgang
Niedecken
machen möchte, er sei ja auch Dylan - Fan, wenn er nicht
käme, dann ....
Er kam, wir sahen ihn und seine Tochter auf den Treppen des KAH´s
kurz
vor Konzertbeginn.
Fehlstart
Schmal und sehr hager betrat Bob die Bühne. Er und seine
Bandmitglieder waren alle
gut be - Hütet. Es folgten die schon öfters beobachteten
Anstrengungen ins Konzert ,,anzukommen":
- die Harp - Solos waren von schwer verdaulicher Qualität
- mancher Einsatz kam zu spät, oder erst im zweiten Anlauf
- der eine und der andere Vers wurde vom Wind verweht
- aber er mühte sich fast quälend mit Alright ab und
verpatzte
unlimitiert alle Liebe weit unter null.
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Die Gesichter seiner Bandmitglieder sprachen Bände |
| Stu Kimball |
Hoffentlich mache
ich keine Fehler. - Was hat er jetzt schon wieder vor?!
- Darf ich jetzt? (Solo)
(Ängstliche, forschende Mimik) |
| Goerge Recile |
Wie ist er heute
drauf? - Er ist schlecht drauf, wie kann ich ihm
helfen?! - Ihm ist nicht zu helfen!!. - Schluss jetzt
!!
(Blickkontakt mit Bill Campbell. Ärger pur in seinen
Augen: er bricht einen Song, ab bevor der Meister das
Zeichen dazu gibt). |
| Bill Campbell |
Was hat er vor? -
Die Harp - Solos, das kann doch nicht war sein!?
(arroganter, mitleidiger Augenaufschlag, Ratlosigkeit) |
| Tony Garnier |
Ist das heute
Abend noch zu schaffen!? Wenn ja wie. Wie halte ich die Truppen zusammen.
(Hilfe suchende Blicke zu Dylan, auch hier
ängstliches
Umherschauen) |
Und Dylan?
Ja, es war noch zu schaffen. Daran geglaubt hatte ich nicht
mehr. Er schon.
Unbeirrt sang er weiter. Zum Lachen war es nicht, aber eben
mit einem aufheiterndem Grinsen zu Tweedle dee &
tweedle dum holte er seine zweifelnden Bandmitglieder
wieder zu sich. Ab hier sprang auch der Funke aufs Publikum
über. Auf der Bühne wurde gelacht, wo Unsicherheit war,
kehrte Mut zurück. Stu Kimball zeigte spätestens bei All
along the watchtower, was er drauf hatte.
It ain ´t me, babe begeistert mit neuem Arrangement.
Das Publikum ist begeistert.
Bei der Vorstellung der Bandmitglieder durch Dylan sieht man
nur strahlende Minen (Bob über Recile: The Best drummer of
the world - on this stage).
Kurz vor 22 Uhr hat er´s wieder geschafft.
Wheel´s on Fire
Ich habe wesentlich bessere Konzerte gesehen, aber wie er sich
hier aus einem Loch herausgespielt hat, das war imponierend.
Mögen die Räder weiter ihre Glut
behalten.
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