n.B.u
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Bonn 2004
Zurück aus Bonn
Norbert Baro


This Wheel´s in Bonn

Bon(n) - Show
Ein Konzert mit Bob im Jahr ist das Mindeste. Ich hatte mir Bonn ausgesucht. Anreise per Flugzeug, Bummel durch Bonn, die Nacht im Hotel und am nächsten Morgen zuück nach Berlin, mit tausend weiteren Eindrücken von einem unvergesslichen Konzertereignis. So ähnlich
sollte es sein.

Soundcheck
Um 18 Uhr stand ich pünktlich in der wartenden Fan - Schlange am Museumsplatz. Während der Soundcheck der Band bis auf die Strasse schallte - Wheel´s on fire, Rainy day women - gab es noch Live Musik von Dylan - Verehrern und ein Angebot ,,Eis auf Rädern", was ich gerne annahm. Kurz vor 7 Uhr hatte ich meine Position vor der Bühne eingenommen. Die Sicht war gut, die Erwartungen gross.

Fan - Talk
Am Vortag hatte sich der WDR bei mir gemeldet - auf Suche nach,
so schien es mir, ,,hochkarätigen Dylan - Fans" : von weither sollten sie kommen, viele, viele Konzerte besucht haben, nach Möglichkeit schon
seit den 60ern im Dylan - Tross dabei sein. Nach mehreren Gesprächen
teilte man mir mit, dass man das Interview mit Wolfgang Niedecken
machen möchte, er sei ja auch Dylan - Fan, wenn er nicht käme, dann ....
Er kam, wir sahen ihn und seine Tochter auf  den Treppen des KAH´s kurz 
vor Konzertbeginn.

Fehlstart
Schmal und sehr hager betrat Bob die Bühne. Er und seine Bandmitglieder waren alle gut be - Hütet. Es folgten die schon öfters beobachteten Anstrengungen ins Konzert ,,anzukommen":

- die Harp - Solos waren von schwer verdaulicher Qualität
- mancher Einsatz kam zu spät, oder erst im zweiten Anlauf
- der eine und der andere Vers  wurde vom Wind verweht
- aber er mühte sich fast quälend mit Alright ab und verpatzte
  unlimitiert alle Liebe weit unter null.

Tourneefotos 2003 auf Ebbi´s Page                                Bob Dylan in Frankfurt 2003 Jahrhunderthalle

Die Gesichter seiner Bandmitglieder sprachen Bände
Stu Kimball  Hoffentlich mache ich keine Fehler. - Was hat er jetzt schon wieder vor?! - Darf ich jetzt? (Solo)
(Ängstliche, forschende Mimik)
Goerge Recile Wie ist er heute drauf? - Er ist schlecht drauf, wie kann ich ihm helfen?! - Ihm ist nicht zu helfen!!. - Schluss jetzt !!
(Blickkontakt mit Bill Campbell. Ärger pur in seinen Augen: er bricht einen Song, ab bevor der Meister das Zeichen dazu gibt).
Bill Campbell Was hat er vor? - Die Harp - Solos, das kann doch nicht war sein!?
(arroganter, mitleidiger Augenaufschlag, Ratlosigkeit)
Tony Garnier Ist das heute Abend noch zu schaffen!? Wenn ja wie. Wie halte ich die Truppen zusammen.
(Hilfe suchende Blicke zu Dylan, auch hier ängstliches Umherschauen)

Und Dylan?
Ja, es war noch zu schaffen. Daran geglaubt hatte ich nicht mehr. Er schon.
Unbeirrt sang er weiter. Zum Lachen war es nicht, aber eben mit einem aufheiterndem Grinsen zu Tweedle dee & tweedle dum holte er seine zweifelnden Bandmitglieder wieder zu sich. Ab hier sprang auch der Funke aufs Publikum über. Auf der Bühne wurde gelacht, wo Unsicherheit war, kehrte Mut zurück. Stu Kimball zeigte spätestens bei All along the watchtower, was er drauf hatte. 
It ain ´t me, babe begeistert mit neuem Arrangement. Das Publikum ist begeistert.
Bei der Vorstellung der Bandmitglieder durch Dylan sieht man nur strahlende Minen (Bob über Recile: The Best drummer of the world  - on this stage).
Kurz vor 22 Uhr hat er´s wieder geschafft. 

Wheel´s on Fire
Ich habe wesentlich bessere Konzerte gesehen, aber wie er sich hier aus einem Loch herausgespielt hat, das war imponierend. Mögen die Räder weiter ihre Glut behalten.