Wie kaum ein anderer
hat der Sohn eines jüdischen Waschmaschinenhändlers
ein Gespür für sehr persönliche, antiautoritäre
Punk-Protest-Balladen, wie sie auch in
Kompositionen der White Stripes oder der Strokes
widerhallen. Zimmerman indes beruft sich lieber
auf Hobos wie Woodie Guthrie und covert auch mal
Klassiker wie "Knockin On Heavens Door"
von Guns n Roses. In Hamburg versuchte er sich
am Wochenende beim Auftakt seiner Tour an
"All Along The Watchtower" von Jimi
Hendrix.
Zimmermans Lyrics aber
sind hochmodern: Sie beschreiben die Sehnsüchte
einer politischen, globalisierungskritischen
Generation: "Well I need a woman, just to
be my queen. Need a woman, know what I mean?"
Wer weiß, wo Zimmerman
heute schon wäre, hätte er sich nicht nach
seinem Debüt "The Freewheelin'" in
einer nassen Kurve mit seiner Triumph Bonneville
auf die Nase gelegt. Mal sehen, ob er im Jahr
2003 neben den Kritikern auch das große
Publikum erreicht. Allerdings heißt es
aufpassen: Erstens ist das Fotografieren
verboten, zweitens das Vergleichen. Denn wenn
Robert Allen Zimmerman etwas hasst, dann den
Vergleich mit dem jungen Bob Dylan.