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Summer Days in der Arena
Something is happening ...
Wir waren zu dritt - mein Sohn Thomas, mein Arbeitskollege
Mark und ich. Dreie, die schon einige Dylan -
Erfahrungen hinter sich hatten:
Nürnberg 78 (Mark) über Offenbach1991, Berlin 1995 - 2000,
Braunschweig 2001. Thomas und Mark waren vom 98er
Berliner
Waldbühnen - Konzert leicht Dylan geschädigt (,,unverschämt kurz - nach 70 Minuten war Schluss ...") .
Aber sie versuchten es aufs Neue.
Ausverkauft
Wir kamen frühzeitig in Treptow an und erkämpften uns einen
guten ,,Sichtplatz" in der Arena - ein altes
Strassenbahndepot - und
warteten ca 20 Reihen vor der Bühne auf Bob´ s Auftritt.
In den letzten Tagen gingen in Berlin die Tickets weg wie
warme
Semmel. Das Konzert war mit 8000 Zuschauern ausverkauft.
Pauken und Trompeten
Bevor es endlich los ging, durften wir fast eine Stunde
klassische
Musik über uns ergehen lassen, ich kannte das schon von
einigen Bootlegs
aus den Konzerten der 2001er Tour.Pünktlich um 20 Uhr, nach
einigen Paukenschlägen, ging die Show mit dem üblichen
,,Good evening..." los.
Unverschämt lang
Uns erwartete eine mehr als zweistündige Show - mit allem,
was wir
uns gewünscht haben: ein Dylan in Hochform, gut an der
Gitarre, mit
einer vollen, knarzigen Stimme,
Songinterpretationen, die mit
häufigem Zwischenapplaus des Publikums belohnt wurden,
eine
Achterbahnfahrt durch alle Stilrichtungen - vom
krachenden Rock,
zum zarten Folk oder düsterem Blues, bis zum
fröhlichen Rockabilly
- und, das nicht zu knapp,Bob mit seiner Harp.
Highlight
Um es gleich zu sagen: Summer days war das Highlight
des Abends.
Als die Band endlich mit diesem Stück zum Ende kam, tobte das
Publikum,
die Musiker schauten sich erstaunt lachend an und konnten
selber
nicht ganz begreifen, was sie gerade zustande gebracht hatten.
Von seiner neuen Scheibe - Love & Theft - spielte er
vier Songs.
Mississippi war leider nicht dabei, aber auch für die
anderen hat
sich das Kommen gelohnt.
Überraschung
Lange nicht gespielt: Solid rock von der von vielen
ungeliebten
Saved - Lp, neu arrangiert rockig und bluesig gespielt
und ich muß
gestehen, ich habe im Konzert den Song nicht erkannt.Mit einem
weiteren Song - Not fade away - habe ich auch
nicht gerechnet.
Still und leise
Im akustischen Teil erwarteten uns tolle Versionen von
Boots of Spanish Leather und vor allem Visions of
Johanna.
Was für ein Kontrast! Erst das unheimliche All along
the watchtower,
dann die leisen, sanft gesungenen ,,Visionen". Alle drei
Songs waren
einer der vielen Höhepunkte des Abends.
Dylan und seine Band
Sie spielten anfangs routiniert, später mit viel Freude und
Engagement.
Man hatte den Eindruck, dass sie zwischendurch selber von
ihrer
aussergewöhnlichen Vorstellung überrascht wurden. Tony hatte
den
neuen Drummer fest im Griff und zeigte ihm, wo es lang
ging. Er dankte
es mit einem knochenharten Beat bei den Rocksongs.
Charlie und
Larrie glänzten mit Gitarrensolos, Backgroundgesängen
bei
I am the man, Thomas, sowie Blowin´ in the wind
und beim Klopfen
an The heaven´s door.
In den Wind gesungen
Bob Dylan sang und ,,tanzte" und ging vor lauter
Ausgelassenheit am Ende
rockend in die Knie, aber er sagte ansonsten den ganzen
Abend über
kein einziges Wort. Muss er auch nicht. Mit Revisited
schickte uns Bob
auf den Treptower S - Bahn Highway - zurück in den
Alltag.
Stürmischer Applaus vom Publikum zum Abschluss heisst
übersetzt:
Thank you, Bob. Und für Mark und Thomas war das Konzert in der
Waldbühne erst einmal vergessen.
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