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Bob Dylan - die Legende lebt
Der Altmeister des Folk - Rock auf Tournee in Deutschland
Die Legende lebt. 31 Jahre, nachdem Bob Dylan seine Gitarre erstmals
an einem
Elektro verstärker anschloß und damit den Folk - Rock
weltbekannt machte,
startete der Altmeister gestern abend mit einem
umjubelten Konzert in
Berlin seine diesjährige Deutschland - Tournee.
Rund 3000 Fans entließen dasamerikanische Idol der revoltierenden
68er
Generation und seine vierköpfige Band erst nach drei Zugaben
von der Bühne des
ausverkauften Tempodromes der Hauptstadt. Hinter
ihnen lag ein knapp
zweistündiges Konzert, bei dem der 55jährige etwa
20 Songs seines mehr als 300
Titel umfassenden Repertoires professionell
abspulte, darunter Klassiker
wie Jokerman
oder Rainy Day Woman.
Im Gegensatz zu einigen der
Besucher war Dylan nicht im Hippie - Outfit,
sondern unspektakulär in
schwarzer Jeans und silbrig - glänzendem Hemd
erschienen. Sein Markenzeichen,
die Mundharmonika, setzte er nur
sparsam ein. In subtropisch warmen früheren
Zirkuszelt ließ er vor allem
seine rauchige Stimme und die E - Gitarre sprechen.
Obwohl der in Ehren gealterte Barde seine 20 - bis 60jährigen Fans
scheinbar
nicht wahrnahm und mit keiner der üblichen Floskeln ( I´m
happy to be here)
würdigte, kam das Publikum mit Beginn des Konzerts
sofort in Fahrt. Viele
seiner eingängigen Melodien und Texte forderten
immer wieder zu
Beifallsstürmen und generationenübergreifendem
Mitsingen heraus. Auch die rund
150 Zaungäste, die keine der begehrten
Eintrittskarten abbekommen hatten und 30
Meter vor dem Eingang
ausharren mußten, schunkelten mit.
Seinen wohl bekanntesten Song Blowing in the Wind,
der sich in den
60er Jahren zum Schlachtruf einer ganzen Generation entwickelte,
spielte
Dylan in Berlin nicht. Dennoch scheint sein Mythos ungebrochen - trotz
gelegentlicher Kritik an seiner introvertierten, grimmigen Art, der er auch
in
der Hauptstadt treu blieb.
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