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Der gute Rock´ n Roll hat wieder Hochkonjunktur
Wieder ist er auf seiner Endlostournee in Deutschland
unterwegs, Bob Dylan, der Altvater der Nachkriegs -
Singersongwriter, der Mann, der dem Rock ´n Roll Worte
verlieh. Und wieder hält er wie beim Auftakt in Berlin sein Publikum
mit seiner Unergründbarkeit bei derStange;damit;
und mit seinem unglaublichen Reichtum aus mehr als 3000 Songs
und einem authentischen, hausgemachten Hinterhof - Rock.
Bob Dylan gerade 55 geworden, ist ein ausgesprochen
verschlossener Poet. Einer, der gern die Musik für sich
sprechen läßt. In den letzten Jahren ist aufgefallen, daß
Dylan sich selbst als Gitarrist entdeckt hat. In gleichem Maße, wie
seine Produktion neuer Songs abnimmt - man sagt dem Meister
eine gewisse Schreibhemmung nach - , steigt zweifellos
seine Neigung, die alten Songs mit immer mehr
Gitarrensoli aufzublähen. Dabei spielte er in Berlin teils
prächtige Duette mit seinem Leadgitarristen John Jackson,
teils Endlosschlangen alleine.
Man hat wie immer den Eindruck, dass Dylan sein Werk tatsächlich
jeden Tag neu erfindet, die Songs je nach Laune spielt.
Der Charme des Ganzen entsteht aus dieser
Unberechenbarkeit und aus der Ahnung von Authenzität. Der
Mann ist das Gegenteil der Plastikbands der 90er Jahre. In
seinem legendären Näselgesang lotet er sämtliche
Nuancen zwischen üblem Gegröle und ehrlichem Wolfsgeheul aus
und kommt damit mitunter zu neuen,rührenden oder
rebellischen, jedenfalls einzigartigen Interpretationen seiner
Songs. In Berlin waren es wieder einmal die
Rainy Day Women, Love Minus Zero und My Back Pages.
Das Publikum , eine Fangemeinde, war dankbar.
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