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Aus
Reunion Sundown
von Günter Amendt
Es regnete im Müngersdorfer Stadion bei Dylans letztem Konzert in
Deutschland 1984.
When you’re lost in the rain in Juarez
oder wo auch immer in Wind und Wolken,
Regen und Stürmen. Schwere Wetter liegen über vielen Liedern Bob Dylans. Und wieder die Frage: Warum
Just Like Tom Thumb' s Blues
ausgerechnet in Köln und nur dort? Waren es die miesen äußeren Bedingungen im Müngersdorfer Stadion, wo sich die nur knapp zwanzigtausend Zuschauer in der Riesenschüssel des von vielen Regentagen aufgeweichten Stadions verloren? Oder lag es nur einfach daran,
dass Dylan vor diesem Open-Air-Konzert in der Wiener Stadthalle aufgetreten war, wo er wieder einmal Gelegenheit hatte, etwas Neues auszuprobieren? In Wien
hat Dylan auch
Heart Of Mine
das er nur am ersten Abend in Verona im
Programm gehabt hatte, noch einmal aufgenommen. Eine beschwingte, von Santanas Percussion - Section unterstützte Fassung.
Ich kenne das Kölner Konzert nur vom Hören und das Drumherum nur vom Sagen. Wer dabei war, wird wahrscheinlich sein witterungsbedingtes Unbehagen stärker in Erinnerung behalten als das Konzert selbst.
Open - Airs hängen nun einmal davon ab, ob Sonne und Wärme den Körper so weich und geschmeidig machen, dass er die Musik in sich aufnehmen und aufgehen lassen
kann. Die Zuschauer sollten, wie bei einem Stromausfall in der Halle, ihr Geld bei einem Wetterausfall im Freien zurückverlangen dürfen.
Der Mitschnitt des Kölner Konzerts lässt von den misslichen äußeren Bedingungen wenig spüren.
Wer glaubt, Dylan lasse sich gehen, wenn der Regen kommt und Unwetter drohen, der irrt. Dylan ist wetterfest, er stiehlt sich nicht einfach davon. Er bringt das volle Programm. In Köln waren es 23 Lieder. Das ist ein guter Mittelwert. Verona II und Hamburg waren mit 19 Lieder
die kürzesten, London und Dublin mit 26 Liedern die längsten Konzerte.
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