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Review
Good
As I Been
To You
von
Wolfgang
Niedecken
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Songs aus der Zeitmaschine
Musikexpress / Sounds 12 / 1992
Wen hat man nicht schon alles als den "neuen Dylan " angepriesen, von
Bruce
Springsteen bis Steve Forbert, bloss weil er irgendwann mal
Westerngitarre,
Mundharmonika und überm Durchschnittsniveau
liegenden Texten
dahergekommen ist. Hier aber ist das Original. Exakt so, wie vor 30 Jahren mit
der ersten LP.
Zwei Studiomikrofone, und ab geht´ s. Unplugged! Karger geht´ s nicht. Was
man merkt, ist, dass der der alte Gichtfinger doch tatsächlich auf der Gitarre
dazugelernt hat und dass seine Stimme noch
ramponierter klingt als befürchtet.
Die Mischung aus Traditionals und eigenen
Songs ist natürlich - wie schon die
Instrumentierung - aus Jubiläumsgründen
zustande gekommen.
Ob es nun ein Selbstzitat wie in Blackjack Davey ist, in dem Dylan von hochhackigen Schuhen aus
spanischem Leder singt, ein Bluesrock wie
Step It Up And Go, bei dem man nicht - wie so oft beim Hören von
Springsteens "Nebraska" - Album - auf den erlösenden Einsatz der Band
wartet,
oder die wunderbar larmoyante, versoffene Schnulze Hard Times : Alles scheint
irgendwie aus der Zeitmaschine
zu kommen. Man sitzt in einer verqualmten
Kneipe am Washington Square und hört
einem Folkie älteren Semesters zu, bei
dem man sich sicher sein kann, dass er
sein Maul nur dann auf macht, wenn er
etwas zu sagen hat.
Werde mir Good As I Been To You jedenfalls nicht erst mühsam
schönhören
müssen, wie so manches Album von Bob Dylan in den letzten
Jahren. Das Ding
überzeugt beim ersten Hören ... wenn man ihn mag.
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