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Mit seiner Band The Wallflowers hat es Jakob Dylan zum Star im
Musikgeschäft gebracht - angeblich ganz ohne die Hilfe seines berühmten
Vaters.
An den Wänden seines Elternhauses in Los Angeles, wo er zusammen mit
seinen Geschwistern aufwuchs, hingen weder gerahmte goldene Schallplatten
noch teure historische Gitarren; es habe, so beteuert Jakob Dylan, weder Drogenpartys gegeben noch Besucher, die sich
halbstark oder sonst wie
auffällig benahmen: "Das Außergewöhnlichste an unserer Kindheit war,
dass unsere Familienausflüge oft zu Rockkonzerten führten", sagt er.
Dylan, 30, ist das jüngste der Kinder, die der legendäre Sänger und
Songschreiber
Bob Dylan, 59, mit dem ehemaligen
"Playboy"- Bunny
Sara Lowndes in die Welt gesetzt hat. Und weil er in seinem bisherigen Leben
ohne den Beistand eines Psychiaters zurechtkam, findet Jakob Dylan, "dass
meine Eltern bei der Erziehung ihres
Nachwuchses ganz offensichtlich einen tadellosen Job gemacht haben".
Der schlaksige, ansonsten durchaus selbstsichere Sohn des bis heute von vielen Fans abgöttisch verehrten Folk- und Rocksängers,
verzieht das Gesicht
und spricht mit leiser, schüchterner Stimme, wenn er über seine Familie
Auskunft gibt. Das hat zum einen damit zu tun, dass seine Eltern sich längst getrennt haben - und zum anderen damit, dass sich Jakob Dylan
mittlerweile eine eigene Musikerkarriere aufgebaut hat.
In seiner Band The Wallflowers
( wörtlich: die Mauerblümchen ), die
Anfang der neunziger Jahre zusammenfand, galt es lange als
ungeschriebenes Gesetz, dass Jakob eben nur Jakob war. "Ich habe
erst nach Monaten erfahren, wer sein Vater ist, und ich hielt das erst
mal
für einen Scherz", behauptet etwa der Wallflowers-Keyboarder
Rami Jaffee.
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Diskografie
Bringing Down The Horse 1996
One Headlight 1997 (Single)
Breach 2000
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Aber geschadet hat der prominente Name Jakobs Karriere wiederum
auch nicht. Jedenfalls gelang den
Wallflowers auch ohne großen Rummel
um ihren prominenten Sänger und Gitarristen nach einem
gefloppten Debüt 1996 ein Hit: Von ihrem Album
Bringing Down the Horse verkauften sie mehr als vier Millionen Exemplare, zweimal wurden sie mit einem Grammy - dem Oscar der
amerikanischen
Musikindustrie - ausgezeichnet.
Insofern scheint sich Jakob Dylan nun, da das neue, dritte
Wallflowers - Album Breach
( Motor / Universal ) in den Läden steht, eine
neue Lässigkeit im Umgang mit seinem Nachnamen verordnet zu haben: "Jahrelang hatte ich das Gefühl, als sei der Schriftzug ,Dylan' in großen Neonbuchstaben auf meiner Stirn angeknipst, sobald ich
das Haus verlasse", berichtet er, "viele Journalisten sahen in mir nur eine gute Chance, etwas
Privates über meinen Vater herauszukriegen." Die schlichte Wahrheit aber
sei, "dass ich über meine Familie wirklich nichts zu erzählen habe, was irgendjemanden interessieren würde".
Außer vielleicht, dass Bob Dylan seinen Kindern eintrichterte, sofort in alle Himmelsrichtungen auseinander zu stieben, sobald Daddy auf der Straße
erkannt wurde - und das funktionierte offenbar so gut, dass es der Sohn,
selbst mittlerweile Vater von drei Kindern, mit der eigenen Familie heute
genauso hält. Dank der Flucht-Order sind so
gut wie keine Fotos aus
Jakob Dylans
Privatleben im öffentlichen Umlauf.
Die musikalischen Vorbilder des Wallflowers -
Chefs scheinen
Bruce Springsteen, Tom Petty oder
Van
Morrison zu sein; und diese
Verehrung ist dem ausgeruhten, harmonischen
Rock 'n' Roll der
Wallflowers anzuhören. Schlaumeierische Kritiker bemäkeln schon mal,
dass den Songtexten der Band (anders als denen Bob Dylans) jede
Neigung zu Protest und Aufruhr fehle - Dylan junior aber lässt solche
Argumente nicht gelten: "Okay, es gab meinen Vater und die Sechziger,
es gab die Siebziger, Punk-Rock und
The Clash, aber das ist alles
Geschichte, die Zeiten ändern sich, und ich habe beim besten Willen
keine Ahnung, wogegen ich heutzutage rebellieren sollte."
Seine erste Gitarre habe er ausgerechnet nach einem Konzert von
The Clash bekommen, das er mit seinem Vater besucht hatte, berichtet Jakob Dylan,
"schauerliches Zeug" habe er damit in seinem Jugendzimmer
zusammengeschrammelt. Er studierte ein paar Monate Kunst in New York und gründete dann
The Wallflowers. Nebenbei aber musste er immer wieder
Angebote ablehnen, sich als Filmschauspieler zu versuchen - schließlich
sieht der Musiker blendend aus.
Jakob Dylan jedoch widerstand allen Verlockungen zum schnellen Ruhm,
tingelte mit seinen Bandkollegen eine Zeit lang durch kleine Clubs, bis sie schließlich einen ersten Vertrag mit der
Musikindustrie unterschreiben
durften.
Sein Vater, ohnehin seit mehr als einem Jahrzehnt auf einer so genannten
"Never Ending Tour" über die Konzertbühnen der Welt, ließ sich zu den musikalischen Unternehmungen der
Wallflowers nur selten etwas entlocken.
In der "New York Times" grummelte der eigensinnige Meister, er hoffe, dass seinem Sohn in diesem Geschäft das Herz nicht gebrochen werde.
Bob Dylan musste sich nach Aussage des Juniors bis heute niemals
einmischen: "Ich wusste selber nur zu genau, was mein Vater in diesem Job mitgemacht hat. Und ich glaube, ich habe daraus eine Menge gelernt."
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Offizielle Homepage
von
The Wallflowers
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